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Jaeger: Rebellion der Verlorenen

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Artikel 1554
Zustand: sehr gut
L x B x H: 21 x 13 x 4 cm
Büchersendung: 35 x 25 x 4 cm
Gewicht: 530 g

JAEGER: Rebellion der Verlorenen

„Henry Jaeger, dessen erster Roman Die Festung von der literarischen Kritik wegen seiner Kraft und seines kühlen, unverwechselbaren Humors gerühmt und als Versprechen für die
Zukunft bezeichnet wurde, legt hier sein zweites Buch vor. Es ist, obwohl wiederum nicht ohne Tragikomik, ein Buch mit tragischem Aspekt: eine Tragödie des »kleinen Mannes«, der nicht über die Kraft verfügt, seine Lebenserwartungen zu verwirklichen, und bei dem Versuch, sich mit allen Mitteln der Fesseln seiner Umgebung zu entledigen, auf Abwege gerät, sich verstrickt und scheitert. Schon in der Festung zeigte Jaeger Menschen in tiefer Hilflosigkeit gegenüber einer feindlichen oder übermächtigen Umwelt. Im Mittelpunkt dieses zweiten Romans stehen drei Brüder, die sich gegen ihre Lebensbedingungen auflehnen und deren dumpfe Rebellion unausweichlich in Schuld und Verlorenheit mündet. Vor solchem Hintergrund gibt der Roman eine spannungsgeladene Topographie des Verbrechens, die bis in feinste Nuancen Entstehung, Ausführung und Ergebnis aufzeichnet. Hingestellt ist dieses menschliche Drama in eine Zeit, in der, wie einer der Brüder es sieht, »die Reichen immer noch reicher und die Mächtigen immer noch mächtiger werden wollen«. Das Verhängnis beginnt, als die drei dem nichts anderes entgegenzusetzen wissen als die Anwendung dessen, was für sie »analoge Methoden« sind. Es ist der Irrweg der Gewalt.

Da ist die düstere, doch auch wieder halbkomische Figur des ehemaligen Fremdenlegionärs David Kühn. Seine Beschwörungsformel lautet: »Ich bin Weihnachten geboren. Ich bin ein Glückskind.« Doch in Wirklichkeit ist er ein Prahler und Wirrkopf, ein Opfer seiner Vergangenheit und seiner selbst und ein Grübler, der bittere Anwandlungen von Reue und vom Willen zur Umkehr erlebt. Da ist Alexander Kühn, ein berühmter Sportsmann, ein Idol, das
stürzte; dafür will er sich rächen. Aber er ist erfüllt von Angst vor der Zukunft, und sein Tun ist nur eine einzige Flucht vor dem Untergehen, die ihn in die Katastrophe treibt. Paul Kühn, der jüngste Bruder, ist der Typus der Verführten. Seine Brüder machen ihn zum »Teilhaber untilgbarer Schuld«, an der er zerbricht. Henry Jaeger schildert in diesem Roman Menschen, die zum Scheitern verurteilt sind. Ungewöhnlich sind die Intensität, der
psychologische Scharfblick und jene künstlerische Kraft, die Henry Jaeger bereits in der Festung bewies und die hier einem neuen Bereich zustrebt. Es ist ein dunkles, ein hartes Buch
mit »schwarzem Horizont«, hinter dem sich, trotz allem, eine Zuversicht andeutet und eine »nie versiegende menschliche Hoffnung«.“

* Sonderausgabe mit Genehmigung des Verlags Kurt Desch, München
* Copyright 1963 by Kurt Desch GmbH, München